Typische Anwendungsgebiete

  • Lehre: Digitaler Histologiekurs im Hörsaal an Monitoren, „freies Mikroskopieren“ der Studenten über das Internet von zu Hause aus
  • Weiterbildung: Digitaler Facharztkasten, Qualitätszirkel an Virtuellen Schnitten im Internet.
  • Telekonsultation: Zweite Meinung über das Internet, Telepathologie.
  • Tumorzentren: Virtuelle Schnitte auf Tumorkonferenzen über eine Projektor.
  • Archivierung: Digitales Schnittarchiv, Sammlung seltener Schnitte
  • Forschung: TMA-Auswertung, quantitative Analysen, verteiltes Arbeiten

Nutzen der Virtuellen Mikroskopie

  • Dauerhafte digitale Archivierung wichtiger oder besonderer Präparate ohne Qualitätsverlust
  • Gleichzeitige Betrachtung eines Präparates durch mehrere Nutzer, auch von verschiedenen Orten über das Internet.
  • Digitale Präparate stehen sofort zur Telekonsultation über das Internet bereit.
  • Durch die Digitalisierung sind beliebig viele Kopien eines Präparates möglich, die unterschiedlich genutzt werden können.
  • Da die Auflösung eines Virtuellen Schnittes bekannt ist, lassen sich Abstände, Durchmesser etc. direkt messen.
  • Es lassen sich Ausschnittbilder für den Befundbericht oder Präsentationen speichern.

Unterschied zur Telemikroskopie

Mit Virtueller Mikroskopie werden häufig auch die Begriffe Telemikroskopie, Telepathologie und Robotermikroskopie in Verbindung gebracht. Dabei gibt es jedoch grundlegende Unterschiede.

Bei der Telemikroskopie, deren typischer Anwendungsfall die Telepathologie ist, werden Robotermikroskope eingesetzt. Der Aufbau besteht also aus einem Lichtmikroskop mit aufgesetzter Kamera und steuerbarem Mikroskoptisch.

Das Bild der Kamera kann nun live übertragen werden, und das Mikroskop aus der Ferne gesteuert werden (Objektivwechsel, Verschieben, Fokussieren).

Die Unterschiede dieses Verfahrens zur Virtuellen Mikroskopie sind daher:

Virtuelle Mikroskopie Telemikroskopie
Präparate liegen digital vor Präparate liegen auf Glasobjektträgern vor, nur deren Livebild wird übertragen
Die digitalen Präparate sind jederzeit zugreifbar Vor dem Zugriff muss der Objektträger in das Lichtmikroskop eingelegt werden
Zur Betrachtung der Präparate braucht man kein Lichtmikroskop Zur Betrachtung der Präparate braucht man ein Lichtmikroskop mit Kamera
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